Martin Böttcher

Martin Böttcher am Klavier

WINNETOU-MELODIEN

Der Weg zu Karl May - Martin Böttcher: Ohne seine Musik wären Old Shatterhand und Winnetou wahrscheinlich nur Trapper und Indianer geblieben.

Bis heute hat der 1927 in Berlin geborene Filmkomponist, Dirigent und Arrangeur die Musik für mehr als 100 deutsche Produktionen geschrieben: für Komödien und Melodramen, Western und Kriminalfilme – bevorzugt von versierten Unterhaltungsregisseuren wie Harald Reinl, Alfred Vohrer, Franz Josef Gottlieb oder Harald Philipp – für Episoden von Fernsehserien wie “Derrick”, “Der Alte” und “Stahlnetz”. Nebenbei komponierte er zudem Chansons für Romy Schneider, Françoise Hardy und Elisabeth Flickenschildt. Vor allem aber seine Kompositionen für die Karl-May-Filme leiteten seinen Aufstieg zum erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten in den 1960er Jahren ein.

Seit Mitte der 1950er-Jahre hat Martin Böttcher die Filmmusik für zahlreiche deutsche Kino- und Fernsehproduktionen geschrieben. Bis heute sind seine Kompositionen für die Karl-May-Filme für Generationen von Filmfans untrennbar mit den Filmerlebnissen ihrer Jugend verbunden.

Böttcher begann seine Karriere nach Kriegsende als Gitarrist im Unterhaltungsorchester von Radio Hamburg, später Nordwestdeutscher Rundfunk. Sein Handwerk als Arrangeur, Komponist und Dirigent erlernte er unter anderem bei Kurt Wege und Generalmusikdirektor Richard Richter. Seine erste Filmmusik schrieb Martin Böttcher 1952 zu einem Dokumentarfilm. Die erste abendfüllende Filmmusik entstand drei Jahre später zur Militärsatire Der Hauptmann und sein Held, gefolgt vom offiziellen Opus 2 mit dem Titel Die Halbstarken mit Horst Buchholz in der Hauptrolle. Der Soundtrack zu diesem von Vorbildern wie Rebel Without a Cause (denn sie wissen nicht, was sie tun) inspirierten Film wurde von der Formation Mister Martin‘s Band eingespielt, einem Spitzenensemble mit Jazzmusikern wie Fatty George, Horst Fischer, Bill Grah und Hans (später „James“) Last.

Bereits 1958 kommt Böttcher erstmals indirekt mit dem Thema "Winnetou" in Berührung durch ein Lied, das er für Hans Albers und dessen Film 13 kleine Esel und der Sonnenhof schreibt ("Ich komm’ mir vor wie Winnetou"). Ebenfalls noch vor seinen Karl-May-Erfolgen schreibt er die Musik zu verschiedenen Krimis wie den beiden Pater-Brown-Filmen Das schwarze Schaf (1960) und Er kann’s nicht lassen (1962) mit Heinz Rühmann in der Titeltrolle. Auch seine ersten Edgar-Wallace-Arbeiten fallen in diese Zeit: Der Fälscher von London (1961) und Das Gasthaus an der Themse (1962). Ebenfalls für Rühmann entsteht 1961 die Musik zu Max, der Taschendieb, in der das Stück "Moonlight Guitar" und sein früherer Hit "Hawaii Tattoo" zu hören sind, letzterer seinerzeit unter dem Pseudonym Michael Thomas entstanden.

 

Anfang der sechziger Jahre beauftragte Rialto Film-Chef Horst Wendlandt den Komponisten mit Filmmusiken für seine Edgar-Wallace-Reihe. Mit seiner Musik für die ebenfalls zu jener Zeit von Rialto Film produzierten Karl-May-Verfilmungen avancierte Martin Böttcher in den sechziger Jahren zum erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten. Das Titelthema zum Karl-May-Film „Der Schatz im Silbersee“ – die „Old-Shatterhand-Melodie“ – führte 1962 siebzehn Wochen lang die Charts in Deutschland an und wurde mehr als 100.000-mal verkauft, ein Novum in der deutschen Musikgeschichte zu dieser Zeit.

Zu insgesamt zehn Karl-May-Kinofilmen komponierte er die Musik, außerdem in den siebziger Jahren zur 26-teiligen ZDF-Karl-May-Serie „Kara Ben Nemsi Effendi“. „An dem Erfolg des Films ist zur Hälfte die Musik beteiligt“, schrieb ein Kritiker nach der Uraufführung von „Der Schatz im Silbersee“. Die Musikstücke werden als Medley in den siebziger und achtziger Jahren mehrfach in den damals populären Musik- und Galashows des Fernsehens wie „Musik ist Trumpf“ gespielt und zu dieser Zeit erstmals auf Samplern herausgebracht. Auch heute noch ist die Karl-May-Filmmusik erfolgreich und wird immer wieder in Coverversionen oder auf CDs herausgegeben.

„Für mich war es eine besonders schöne Zeit, als ich die Musik zum Schatz im Silbersee und all den anderen Filmen komponieren durfte. Es hat wahnsinnig viel Freude gemacht – nicht nur, weil mir die Melodien so viel Erfolg brachten, sondern weil die Filme meiner Mentalität entgegenkamen. Das Grundmotiv war die Freiheit und die Ungebundenheit des Menschen. Ich musste nicht lange überlegen, bis mir die passenden Noten einfielen, die Musik kam aus dem Bauch. Vielleicht ist sie gerade deshalb so ein Erfolg geworden.

Bei den Karl-May-Spielen 2011 in Bad Segeberg wurde Böttcher zum Ehren-Indianerhäuptling “Großer Vater der Melodien” ernannt.

Wie komponiert man die Musik für Winnetou?

Zart schrammt die Gitarre, dann schwellen die Streicher an, ehe eine einsame Mundharmonika einsetzt – „nicht einsetzt, sondern voranmarschiert“, betont Martin Böttcher, da ist er genau. Schließlich blies diese Mundharmonika nicht nur das Leitmotiv des edlen Apachen-Häuptlings Winnetou und seines weißen Blutsbruders Old Shatterhand, sondern auch die Musik seines eigenen Lebens.

Insgesamt über 50 Kinofilme und mehr als 300 Fernsehproduktionen tragen Martin Böttchers musikalische Handschrift. Seine Pater-Brown-Musik erlebte unlängst ein Revival in der neu aufgelegten Serie Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer in der Titelrolle.

Legendärer Sound für Karl-May-Filme

Martin Böttcher ist nach Howard Shore (2010), Michel Legrand (2011) und Rachel Portman (2012) der Vierte seines Fachs, der den "Look & Listen – Telepool-BR-Music-Award" erhält. Berühmt wurde Martin Böttcher (Jahrgang 1927) vor allem durch seine Musik zu den Karl-May-Filmen der 1960er-Jahre. Zehn dieser Filme mit Pierre Brice in der Rolle des Winnetou und Lex Barker als Old Shatterhand vertonte Böttcher insgesamt. Sein Old-Shatterhand-Thema, wie auch viele spätere seiner Melodien, war wochenlang in den Hit-Charts vertreten.

Im Jahr 2013 gab es eine große Ehrung und Auszeichnung für Martin Böttcher. Der 2010 von der BR-Tochter Telepool gestiftete "Look & Listen – Telepool-BR-Music-Award" ging an den Filmkomponisten. Er nahm den Preis beim Konzert "Sounds of Cinema" im Münchner Circus Krone in Empfang.

Erst zum 100. Todestag von Karl May, wehte Böttchers „Winnetou-Melodie“ wieder aus allen Radiokanälen, und der Komponist wurde mit Interviewanfragen zugeschüttet, als gelte das Jubiläum ihm und nicht dem Schriftsteller. Dabei hat er bis heute kein Buch von Karl May gelesen. „Als Junge hat es mich nicht interessiert, und jetzt weiß ich ja, worum es geht“, sagt er und lacht.

 

Martin Böttcher

Anfang der sechziger Jahre beauftragte Rialto Film-Chef Horst Wendlandt den Komponisten mit Filmmusiken für seine Edgar-Wallace-Reihe. Mit seiner Musik für die ebenfalls zu jener Zeit von Rialto Film produzierten Karl-May-Verfilmungen avancierte Martin Böttcher in den sechziger Jahren zum erfolgreichsten deutschen Filmkomponisten. Das Titelthema zum Karl-May-Film „Der Schatz im Silbersee“ – die „Old-Shatterhand-Melodie“ – führte 1962 siebzehn Wochen lang die Charts in Deutschland an und wurde mehr als 100.000-mal verkauft, ein Novum in der deutschen Musikgeschichte zu dieser Zeit.

 

Zu insgesamt zehn Karl-May-Kinofilmen komponierte er die Musik, außerdem in den siebziger Jahren zur 26-teiligen ZDF-Karl-May-Serie „Kara Ben Nemsi Effendi“. „An dem Erfolg des Films ist zur Hälfte die Musik beteiligt“, schrieb ein Kritiker nach der Uraufführung von „Der Schatz im Silbersee“. Die Musikstücke werden als Medley in den siebziger und achtziger Jahren mehrfach in den damals populären Musik- und Galashows des Fernsehens wie „Musik ist Trumpf“ gespielt und zu dieser Zeit erstmals auf Samplern herausgebracht. Auch heute noch ist die Karl-May-Filmmusik erfolgreich und wird immer wieder in Coverversionen oder auf CDs herausgegeben.

 

„Für mich war es eine besonders schöne Zeit, als ich die Musik zum Schatz im Silbersee und all den anderen Filmen komponieren durfte. Es hat wahnsinnig viel Freude gemacht – nicht nur, weil mir die Melodien so viel Erfolg brachten, sondern weil die Filme meiner Mentalität entgegenkamen. Das Grundmotiv war die Freiheit und die Ungebundenheit des Menschen. Ich musste nicht lange überlegen, bis mir die passenden Noten einfielen, die Musik kam aus dem Bauch. Vielleicht ist sie gerade deshalb so ein Erfolg geworden.

 

Bei den Karl-May-Spielen 2011 in Bad Segeberg wurde Böttcher zum Ehren-Indianerhäuptling “Großer Vater der Melodien” ernannt.

 

Wie komponiert man die Musik für Winnetou?

Zart schrammt die Gitarre, dann schwellen die Streicher an, ehe eine einsame Mundharmonika einsetzt – „nicht einsetzt, sondern voranmarschiert“, betont Martin Böttcher, da ist er genau. Schließlich blies diese Mundharmonika nicht nur das Leitmotiv des edlen Apachen-Häuptlings Winnetou und seines weißen Blutsbruders Old Shatterhand, sondern auch die Musik seines eigenen Lebens.

 

Insgesamt über 50 Kinofilme und mehr als 300 Fernsehproduktionen tragen Martin Böttchers musikalische Handschrift. Seine Pater-Brown-Musik erlebte unlängst ein Revival in der neu aufgelegten Serie Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer in der Titelrolle.

 

Legendärer Sound für Karl-May-Filme

 

Martin Böttcher ist nach Howard Shore (2010), Michel Legrand (2011) und Rachel Portman (2012) der Vierte seines Fachs, der den "Look & Listen – Telepool-BR-Music-Award" erhält. Berühmt wurde Martin Böttcher (Jahrgang 1927) vor allem durch seine Musik zu den Karl-May-Filmen der 1960er-Jahre. Zehn dieser Filme mit Pierre Brice in der Rolle des Winnetou und Lex Barker als Old Shatterhand vertonte Böttcher insgesamt. Sein Old-Shatterhand-Thema, wie auch viele spätere seiner Melodien, war wochenlang in den Hit-Charts vertreten.

 

Im Jahr 2013 gab es eine große Ehrung und Auszeichnung für Martin Böttcher. Der 2010 von der BR-Tochter Telepool gestiftete "Look & Listen – Telepool-BR-Music-Award" ging an den Filmkomponisten. Er nahm den Preis beim Konzert "Sounds of Cinema" im Münchner Circus Krone in Empfang.

 

Erst zum 100. Todestag von Karl May, wehte Böttchers „Winnetou-Melodie“ wieder aus allen Radiokanälen, und der Komponist wurde mit Interviewanfragen zugeschüttet, als gelte das Jubiläum ihm und nicht dem Schriftsteller. Dabei hat er bis heute kein Buch von Karl May gelesen. „Als Junge hat es mich nicht interessiert, und jetzt weiß ich ja, worum es geht“, sagt er und lacht.