Elspe

Elspe Festival ist seit 1989 die offizielle Bezeichnung für die im kleinen sauerländischen Ort Elspe stattfindenden Karl-May-Festspiele, um die sich diverse Shows nach amerikanischem Vorbild (Musik, Stunts, Artistik) gruppieren.

Auf der Freilichtbühne wurde im Jahr 1958 zum ersten Mal ein Stück nach den Werken von Karl May aufgeführt. Seit 1964, als "Hadschi Halef Omar" gespielt wurde, steht Karl May regelmäßig auf dem Programm der Bühne.

In den Jahren 1974/75 wurde ein Western- Saloon sowie eine Western-Eisenbahn gebaut, welche regelmäßig auch in den Aufführungen eingesetzt wird. Von 1976 bis 1980 und 1982 bis 1986 gastierte der bereits als Filmschauspieler in der Rolle des Winnetou bekannte Pierre Brice im Sauerland und bescherte der Bühne Rekordzuschauerzahlen. Investitionen wie der Bau einer vollständigen Überdachung des Zuschauerraums im Jahr 1978 waren so möglich, zudem erlangten die Spiele bundesweiten Bekanntheitsgrad. Gastspiele fanden von den frühen 1970er-Jahren bis 1987 und 1990 bis 1994 auf der Naturbühne Blauer See in Ratingen statt, Ende der 1970er-Jahre auch in der Wiener Stadthalle.

 

KARL MAY SPIELE ELSPE

Elspe Festival GmbH
Das Elspe Festival ist ein inhabergeführtes, zuschussfreies Kulturunternehmen und einer der größten und meistbesuchten Show- und Festivalparks Europas. Das rund 120.000 m² große Gelände liegt im sauerländischem Elspe im Kreis Olpe, Südwestfalen, etwa 100 km östlich von Köln, 100 km südlich von Dortmund und 100 km nördlich von Gießen.

 

Das Elspe Festival ist bekannt für seine Karl-May-Festspiele, die jährlich rund 180.000 Besucher bis 200.000 anziehen. In der über fünfzigjährigen Tradition des Unternehmens haben insgesamt schon mehr als 12,5 Millionen Zuschauer die verschiedenen Veranstaltungen besucht.
Neben der Naturbühne, auf der im Rahmen der Karl-May-Festspiele rund 60 Schauspieler und bis zu 40 Pferde auftreten, verfügt das Gelände über eine Festival-Halle und mehrere Locations im Western-Stil – jeweils mit Gastronomie. Das Elspe Festival hat keine Karussells und Fahrgeschäfte.
Geschäftsführer des Elspe Festival ist seit Mai 2011 Oliver Bludau, der damit die Nachfolge seines Vaters Jochen Bludau, dem ersten Winnetou der Bühne, langjährigen Old-Shatterhand -Darsteller, Buchautor und Regisseur angetreten hat. Das Unternehmen wurde 2011 von Western Country GmbH in Elspe Festival GmbH umbenannt.

 

Die Freilichtbühne Elspe entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Elsper Theaterverein heraus. Zunächst wurden von der 1950 gegründeten Naturbühne Elspe e.V. verschiedene Werke wie Wilhelm Tell und die Die Nibelungen vor rund 8.000 Zuschauern pro Saison gespielt.
1958 wurde mit „Winnetou“ zum ersten Mal ein Stück nach den Werken von Karl May aufgeführt, und die Zuschauerzahlen verdoppelten sich auf rund 19.000. Seit 1964, als Hadschi Halef Omar gespielt wurde, steht ausschließlich Karl May auf dem Programm der Bühne.

 

Im November 1974 wurde der eingetragene Verein „Naturbühne Elspe e.V.“ in die „Western Country GmbH“ umgewandelt und erstmals die Zuschauermarke von 100.000 überschritten. Geschäftsführer wurde Jochen Bludau. Von 1974–1994 trat das Ensemble der Karl-May-Festspiele alljährlich bei Gastspielen auf der Freilichtbühne Blauer See (Ratingen) auf. 1975 wurde ein originalgetreuer Western Saloon gebaut und die heute noch eingesetzte Western-Eisenbahn in die Gleise gehoben. Der Zuschauerraum wurde zu klein und so wurden die Tribünen von 2.000 auf 4.400 Sitzplätze erweitert. Die Karl-May-Festspiele Elspe steigerten ihren Bekanntheitsgrad 1976 enorm durch die Verpflichtung von Pierre Brice. 1978 wurden alle Sitzplätze des Zuschauerraums überdacht – die Konstruktion des Daches ist dem Olympiastadion München nachempfunden. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass keine Pfeiler die Zuschauersicht versperren. Von 1978 bis 1980 und dann noch einmal 1983 gastierte das Ensemble der Karl-May-Festspiele in der Wiener Stadthalle. 1982 etablieren die Karl-May-Festspiele erstmals ein computerbasiertes Reservierungssystem.

In den Sommermonaten Juni-September werden seit 1958 die Karl-May-Festspiele aufgeführt. In der Wintersaison zeigt das Elspe Festival seit 1989 eine 4-Gang-Dinnershow mit jährlich wechselnden Vorstellungen. Außerhalb der Karl-May-Saison im Frühjahr und im Herbst finden Konzerte und andere Veranstaltungen statt.

Karl-May-Festspiele


In einem sechsjährigen Turnus werden seit 1958 die bekanntesten Stücke Karl Mays auf einer Freilichtbühnen aufgeführt. Die Drehbücher – frei nach Karl May – schreibt Jochen Bludau, der auch Regie führt. Die Dialogregie liegt in den Händen von Benjamin Armbruster vom Theater Bielefeld.
Winnetou I
Der Ölprinz
Unter Geiern
Der Schatz im Silbersee
Im Tal des Todes
Halbblut

Sind in den 60er Jahren noch hauptsächlich Laiendarsteller aus der Region auf der Bühne aufgetreten, so wurden die Karl-May-Festspiele mit dem Engagement von Pierre Brice der von 1976-1986 den Winnetou in Elspe spielte, zu einem professionellen Theaterunternehmen. Heute sind für eine Produktion rund 80 Personen engagiert, davon etwa 25 professionelle Schauspieler und Reiter. Dazu kommen weitere 35 Statisten und rund 20 Personen, die hinter der Bühne für Pyrotechnik, Ton, Licht und Tiere zuständig sind. Außerdem besitzt das Elspe Festival 40 eigene Pferde.
Seit 1989 ist aus dem Besuch der Karl-May-Festspiele ein Ganztagsprogramm geworden. Vor dem Hauptstück kann der Zuschauer drei Shows im Rahmenprogramm besuchen, im Jahr 2012 beispielsweise ein Rodeo, eine Stunt- und Pyrotechnikshow und eine Musicalshow.
Neben dem Showprogramm kann der Gast mit einer Western-Eisenbahn fahren oder sich nach der Hauptvorstellung einer Bühnenführung hinter die Kulissen anschließen. Souvenirs und Merchandising findet man in Maggy's Drugstore. Umrahmt werden die Karl-May-Festspiele von einem Straßentheater und einer Live-Country-Band.

 

Die Besucherzahlen der Karl-May-Festspiele lagen zu ihren besten Zeiten bei 400.000 Besuchern (1980 Winnetou III) in der dreimonatigen Festspielsaison. Dies war insbesondere der Popularität von Pierre Brice anzurechnen. Nach seinem Abschied aus Elspe (1986) pendelten sich die Zuschauerzahlen bei 150.000 bis 200.000 Besuchern pro Saison ein – eine Besucherzahl, die auch bereits vor dem Engagement von Pierre Brice (1975 mit 145.000 Besuchern) erreicht wurde.
Herzstück im insgesamt mehr als 120.000 m² großen Außengelände ist die Naturbühne mit ihrem komplett überdachten Zuschauerraum. Sie erstreckt sich auf 96 m Breite, 34 m Tiefe und einem Höhenunterschied von 25 m. Die natürlichen Gegebenheiten bieten Kalksandsteinfelsen, Heidegras und Wacholderbüsche.
Als Kulisse stehen folgende Elemente zur Verfügung (abweichend je nach aufgeführtem Stück):
Saloon
Indianerdorf
760-mm-Schmalspur-Eisenbahn, Tunnel
Postkutsche für 4 Pferde
Fort Grant (bei Halbblut, 1999, 2005, 2011), kann "explodieren" bzw. im Boden versenkt werden
größter künstlicher Wasserfall Deutschlands
Ölbohrturm (bei Ölprinz, 2001, 2007, 2013)
Hängebrücke (bei Unter Geiern, 2002, 2008), "zerreißt" in 20 m Höhe unter den Füßen des Stuntman
Schiff (bei Der Schatz im Silbersee, 2009), fahrbar auf Schienen, kann "untergehen" bzw. im Boden versenkt werden
Vulkan (bei Im Tal des Todes, 2010)

Die Tonanlage besteht aus einer Mikrofonanlage mit 24 drahtlosen Mikrofonen, die in der Tonregie mit Musiken und Geräuschen abgemischt werden können, sowie aus 18 Lautsprechergruppen. Für den Tiefton- und Effektbereich wurden zusätzlich vier Acoustic Wave Cannon installiert. Insgesamt verfügt die Tonanlage über 26.000 Watt Leistung. So können die Schauspieler auf allen Plätzen gleich gut verstanden werden. Bei Abendvorstellungen, die viermal jährlich auf dem Programm stehen, wird die Bühne mit bis zu 54 Scheinwerfern ausgeleuchtet, die eine Gesamtleistung von 80.000 Watt haben. Der Zuschauerraum ist 96 m breit und bis zu 38 m tief. Er bietet ca. 4.000 Sitzplätze oder etwa 6.000 Stehplätze. Er ist mit einer pfeilerfreien Gesamtüberdachung aus Textilmembranen ausgestattet, die an vier 37 Meter hohen Pylonen aufgehängt ist. Die überdachte Fläche beträgt etwa 3.700 m². Dadurch sind die Aufführungen bei jeder Witterung möglich, da die Zuschauer von Wettereinflüssen nicht betroffen sind.


1988 wurde Benjamin Armbruster zum ersten Mal auf der Freilichtbühne von Elspe in der Rolle des Winnetou engagiert. War er zunächst noch in der Vorsaison als Winnetou zu sehen wurde schnell klar – er ist der gesuchte Nachfolger von Pierre Brice. Der Film - Winnetou Brice spielte von 1976-1980 und von 1982-1986 im Sauerland mit großem Erfolg den Apachenhäuptling. Ein - wenn möglich - fester Nachfolger wurde als „Publikumsliebling“ gesucht und im Auftreten von Benjamin Armbruster gefunden. Somit zählt Benjamin Armbruster seit 1988 zum festen Ensemble der Karl May Spiele und wurde über die Jahre „der dienstälteste WINNETOU auf einer deutschen Theaterbühne“.

 

Benjamin Armbruster alias Winnetou ritt nach der Saison 2012 in den Ruhestand. Jean-Marc Birkholz übernimmt bei den Karl-May-Festspielen in Elspe seit der Saison 2012 die berühmte Silberbüchse. Es wird schwer für seinen Nachfolger werden, da Benjamin Armbruster allein durch seine Bühnenpräsenz brillierte. Zwar musste auch Benjamin Armbrust mit Übernahme der Hauptrolle 1988 selbst erst einmal seinen Weg finden die großen Mokkaskins von Pierre Brice auszufüllen und aus ihnen dann herauszutreten. Doch das schaffte er schnell. Benjamin Armbruster verkörperte mit seiner gestandener Manpower das Bild eines edlen Apachenhäuptlings. Und das auch mit kämpferischem – sicherem Auftreten. Allein durch seine Anwesenheit und Präsenz ab dem ersten Auftritt füllte er den Raum der Freilichtbühne und lies sein Publikum an seiner Interpretation vom Winnetou teilhaben. Zwar lag in den gesamten Festspieljahren (25 an der Zahl) und den gespielten Bühnentexten immer noch der Geist von Pierre Brice- hatte sich über die Jahre nach Pierre Brice die Form der Bühnenstücke und Fassungen der jeweiligen Texte zum Karl May-Werk nie wirklich geändert. Dennoch schaffte es Benjamin Armbruster gegenüber seinen Vorgängern durch seine schauspielerische Umsetzung Karl Mays Hauptfigur ganz neu und völlig eingeständig darzustellen.

 

Seit 2012 ist eine neue „Winnetou Ära“ bei den Karl May Festspielen in Elspe eingeläutet worden und Schauspieler Jean-Marc Birkholz beweißt sich in seiner persönlichen, schauspielerischen Art und Bühnenpräsenz in der Rolle des Apachenhäuptlings WINNETOU.

Literatur
Klaus Bröking: 40 Jahre Elspe. Wilder Westen made in Germany. Heel, Königswinter 2004, ISBN 3-89880-300-7
Quellennachweis : wikipedia © 2013